Karin Schiller

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Mit dem Rucksack durch den Balkan – Tirana

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Wahrzeichen von Tirana, Skanderberg Platz

Wahrzeichen von Tirana, Skanderberg Platz

 

Gleich nachdem wir aus dem Bus steigen, sind wir von Schleppern umringt, die uns für “cheap money” zu “the best hotel in town” bringen wollen. Manche sind so aufdringlich, dass sie uns noch weiter verfolgen, obwohl wir sie ignorieren und den Weg in die Innenstadt einschlagen. Aus dem Reiseführer haben wir uns schon im Bus einige Adressen notiert und klappern diese nacheinander ab. Jedoch wird uns jedes Mal gesagt, dass die Zimmer dort alle belegt seien, man aber eine gleichwertige Alternative in einem anderen Haus außerhalb habe. Auf solche Absprachen lassen wir uns nicht ein und gehen zur nächsten Adresse aus unserem Reiseführer. Wir möchten nicht irgendwo in der Pampa landen, sondern möglichst preisgünstig und zentral gelegen unterkommen. Auf diese Weise nähern wir uns immer mehr der City und erreichen das Altstadtzentrum von Tirana, wo wir uns nach einer “Pension Andrea” durchfragen. Die Hilfsbereitschaft der Einheimischen  ist sehr groß und man schickt uns von einer Ecke zur anderen, aber keine “Pension Andrea” zu sehen. Bei unserer Suche überschreiten wir mehrmals die historische Gerber-Brücke, ohne es zu realisieren, so müde sind wir schon. In einer kleinen Seitenstraße finden wir dann endlich das schnuckelige kleine “Hotel Parlamenti”, welches exakt auf die Beschreibung zu “Pension Andrea” passt und wo wir von der Besitzerin auf’s herzlichste empfangen werden – ganz so, als hätte sie schon den ganzen Tag auf uns gewartet. Wahrscheinlich haben unsere Nachfragen nach der Pension Andrea sie schon vorher erreicht. 😀Hotel Parlamenti  Wir erhalten für zwei Tage ein sehr schönes Doppelzimmer mit Bad zu einem sehr günstigen Preis. Das Frühstück dort ist exzellent und wohl das Beste auf unserer kompletten Reise durch den Balkan. Für Backpacker-Paare, die nicht in einem Hostel-Mehrbett-Zimmer verbringen wollen, ist dieses kleine, liebevoll eingerichtete Hotel Parlamenti eine empfehlenswerte Alternative. Wir bekommen von der “Pensions-Mama” sogar kostenlos die Wäsche gewaschen und gebügelt. 🙂

Tirana ist die Hauptstadt und auch die größte Stadt Albaniens. Wenn man aber, wie wir, mitten im Zentrum untergebracht ist, ist es leicht, fast alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen. Wir sind von morgens bis abends unterwegs und machen eine Menge Bilder die man hier sehen kann. Tirana ist jung:  Uns fällt vor allem auf, dass es viele junge Paare  und viele Kinder gibt. Tirana ist modern: Überall wird gebaut und restauriert. Es herrscht Aufbruchsstimmung; nur die Denkmäler der Patrioten erinnern noch an das Kriegsgeschehen in den Neunzigern. Tirana ist hektisch, laut und lebhaft: Das Verkehrschaos auf den Straßen wird jedoch manchmal von einen Hochzeits-Korso oder einer Musikgruppe auf einem Lastwagen unterbrochen und ent-schleunigt. Ein heiteres und groteskes Bild. Wir mögen diese Stadt und fühlen uns wohl. Tirana Hochzeit

Plötzlich hören wir inmitten des Großstadtlärms, wie unsere Namen gerufen werden und blicken in zwei lachende, bekannte Gesichter. Es sind unsere beiden Engländer, Richard und Leon, denen wir schon wieder über den Weg laufen. Backpackers auf Balkanreisen sind also nie wirklich alleine, denn man trifft sich immer wieder an den unterschiedlichsten Plätzen. Erfreut über unser Wiedersehen machen wir ein Gruppenfoto. Wer weiß, wann und wo wir uns das nächste Mal wiedersehen.Unsere Englaender

Da wir uns  für unsere Weiterreise am nächsten Tag nach Podgorica/Montenegro nach einer Transportmöglichkeit erkundigen wollen, führt uns der Weg zum Bahnhof.  Am zentralen Busbahnhof erhalten wir die Info, dass es keinen öffentlichen Bus auf dieser Strecke gibt. Wir sollen einen Zug nehmen. Am Bahnhof gleich nebenan finden wir zwar einen Fahrplan mit einem unglaublich niedrigen Fahrpreis, aber der Schalter ist zu. Niemand da, den wir fragen können, außer zwei Polizisten. Auf Englisch, das hier fast jeder spricht, fragen wir sie nach einer Möglichkeit, an ein Bahnticket zu kommen und erhalten den Rat, ein Sammeltaxi nach Shkodra zu nehmen und von dort aus dann nach Montenegro weiter zu fahren. Der angesprochene Polizist fragt uns, wo wir herkommen und als er hört, dass mein Freund Türke ist, schüttelt er den Kopf und meint: “Warum wollt ihr mit dem Zug fahren? Als Türke reist du doch auch nicht mit der Bahn, sondern nimmst den Bus!” Dabei rückt er sich mit einer Geste, die sagen will: Gentlemen nehmen nur den Bus, seinen Schlips zurecht. Als Deutsche verstehe ich zwar zuerst nicht, was am Bahnfahren suspekt sein soll, werde aber aufgeklärt, dass der Balkan-Einwohner den Zug – wenn überhaupt –  nur für Kurzstrecken nimmt…oooder wenn er etwas zu verbergen hat. Ach so, alles klar!

(Route Tirana – Skodra – Podgorica)

Am Abend lernen wir dann ein hell erleuchtetes Tirana kennen. Die Fassaden sind mit Flutlicht angestrahlt, Plätze stimmungsvoll ausgeleuchtet, der Springbrunnen im Park in farbiges Licht getaucht. Wir genießen die Nacht bei einem romantischen Stadtbummel mit Eiskrem. Das Leben ist schön 🙂

Tirana at Night

Wenn man  hier klickt, kann man noch mehr Bilder sehen.

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