Karin Schiller

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Mit dem Rucksack durch den Balkan – Sarajevo III

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Park und Kirche

Park und Kirche

 

Für den nächsten Tag haben wir uns nichts anderes vorgenommen, als Sarajevo zu erkunden. Gleich nach dem Frühstück machen wir uns darum auf den Weg. Wir besuchen die alte osmanische Ladenstraße Brusa Bezistan mit ihren vielen Geschäften. Während der Belagerung wurde sie stark beschädigt und man sieht, obwohl saniert,  immer noch die Einschusslöcher. Es sind bleibende Erinnerungen an den Krieg. An der Gazi Husrev Beg Moschee mit dem schönen Brunnen setze ich mich zu den Frauen und genieße eine kleine Pause im Schatten. Ein Geheimtipp, dem wir folgen, ist das Postgebäude von Sarajevo.

So schön kann eine Post sein

So schön kann eine Post sein

Wir sind wirklich beeindruckt von diesem Bauwerk.  Wir kommen gleich darauf an der Herz Jesus Kirche vorbei und erreichen den Park. Dort werden wir von einem älteren Herrn auf Englisch angesprochen. Zuerst winken wir ihm dankend ab, doch als er dann in gutem Deutsch die Frage wiederholt, werde ich aufmerksam und komme mit ihm in’s Gespräch. Er stellt sich uns dann als pensionierter Deutschlehrer vor, der nebenbei “hobbymäßig” gut kopierte CDs und DVDs an Touristen verkauft. Außerdem schreibt er noch ein Buch über Länder, die er besucht hat. Und das sind nicht wenige, denn ein weiteres Hobby ist die Kunstsprache Esperanto, die er mit einer
weltweiten Community eifrig betreibt. Nach einem sehr netten Gespräch mit diesem interessanten Herrn haben wir am Ende dann doch noch 2 DVDs gekauft:

Das Buch unseres rüstigen "Esperanto-Rentners"

Das Buch unseres rüstigen “Esperanto-Rentners”


Ein kulturelles Muss in Sarajevo ist das “Musej Sarajeva 1878-1918”. Hier, am historischen  Ort des Attentates auf den österreichischen Tronfolger Franz Ferdinand und seiner Gattin, können wir uns mit original Zeitungsmeldungen und nachgestellten Szenen über den folgenschweren Mord, der maßgeblich zum 1. Weltkrieg führte, informieren.  Genau hier an der Kreuzung zur Lateinerbrücke ist es passiert!

Museum am Ort des Geschehens

Museum am Ort des Geschehens

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Ein weiteres Museum, das Nationalmuseum von Bosnien und Herzegowina, das wir unbedingt besuchen möchten, liegt außerhalb unseres Stadtviertels. Wir gehen zu Fuß um möglichst viel von der Stadt zu sehen.

Unterwegs machen wir eine Rast in einem Park, der gleichzeitig auch Gedenkstätte des letzten Krieges ist. Auf  Hunderten von Kreuzen ist das gleiche Datum eingraviert; alle  jungen Männer sind am gleichen Tag gefallen.

Gefallenen-Park

Gefallenen-Park

Nach gefühltem stundenlangen Marsch erreichen wir endlich den Stadtteil mit dem Nationalmuseum. Hier sieht es anders aus, moderne Hochhäuser schrauben sich in den Himmel. Osmanischer Altstadt-Charme ist nüchterner Neoklassik und moderner Hochhausarchitektur gewichen. Der Avaz-Tower gibt dem Stadtbild seinen charakteristischen Anstrich. Leider haben wir Pech, denn das Museum hat nur noch 5 Minuten geöffnet. Hätten wir doch nur vorher in den Plan geschaut. Aber dennoch nutzen wir die Zeit und dürfen sogar ausnahmsweise ein paar Minuten länger bleiben, weil wir der freundlichen Museumsangestellten erzählen, dass wir extra für diesen Besuch eine so weite Strecke gegangen sind.

Zurück nehmen wir dann aber lieber die gute alte Tram-Bahn. Wir haben für heute genug gesehen und unsere Füße danken es uns 🙂

Hier klicken, um alle Bilder zu sehen

Avaz Tower

Total anderes Stadtbild neben dem Nationalmuseum

Total anderes Stadtbild neben dem Nationalmuseum

Blick auf Nationalmuseum vom Avaz-Tower

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6 Comments

  1. Hallo Karin, jetzt habe ich es auch endlich geschafft, Dir in Deinem Blog einen Besuch abzustatten – und bin gleich bei Deinen fantastischen Sarajevo Reiseberichten hängen geblieben. Da werden Kindheitserinnerungen wach – ich bin zuletzt als Kind während der Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo gewesen, irgendwo muß auf dem Dachboden noch ein Filz-Vucko (Maskottchen der Spiele) liegen :-).

    Ich mußte auch etwas schmunzeln, als ich die Passage über Deine Erfahrungen mit Rakija gelesen habe – dieser Traubenschnaps hat nicht viel mit dem türkischen Raki gemein. Eine gute Loza räumt aber nach einer deftigen Mahlzeit hervorragend den Magen frei ;-).

    Falls Du noch einmal den älteren Herrn mit den DVDs triffst, frag’ ihn doch mal nach dem Film “Valter brani Sarajevo” :-).

    Wie ich in der Karte gesehen habe, wollt ihr noch an der Küste entlang, Makarska ist auf jeden Fall einen Abstecher wert – es ist zwar kein Badewetter, aber dieser kleine Küstenort hat wundervolle Strände.

    wünsche noch eine schöne Reise und puno pozdrava 🙂

    Veljo

  2. Hallo Veljo, vielen Dank für Deinen Besuch 🙂
    Ja, Sarajevo hat mich gefangen und tief beeinflusst. Ich denke immer noch mit Wehmut an die Zeit zurück.

    Was deinen Film betrifft: “valter brani sarajevo” so habe ich diesen in Youtube gefunden. Du kannst ihn dir dort in voller Länge und Original anschauen. 🙂

    Wir sind in Anschluss weiter nach Zadar gereist…aber das schreibe ich in den nächsten Kapiteln in meinem Blog.

    Vielen Dank nochmals für den netten Kommentar. Ich freue mich sehr über das Interesse.
    Viele liebe Grüße
    Karin

  3. Raoul Alexandersson Bloggar igen says:

    You never stop amaze me …. great

  4. Raoul Alexandersson Bloggar igen says:

    im in Ge next ….:))

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